9.8.2019
Intensivstation
21.00 Uhr
Remise Wälderbähnle

Intensivstation

Streckenweise mag es scheinen, das Trio knüpfe an den provokanten Electric Jazz von Miles Davis’ „Bitches Brew“, die unvermittelten Ausbrüche eines Sonny Sharrock oder die asynchronen Verschränkungen von Ornette Colemans frühen Prime Time Experimenten an, doch dann kratzt, schabt, röchelt, blubbert, dröhnt oder wummert es unversehens aus einer ganz anderen Ecke und versetzt den sicher geglaubten Assoziationswinkel ins Unbekannte, Unerhörte, Unerforschte. Alles Bisherige wirkt wie eine gigantische Bibliothek, auf die die drei Akteure frei und ohne jedwede Rücksicht zugreifen. Alle erdenklichen Kreaturen von Noise und Drone, Patchwork Music, Drum’n’Bass, Death Metal, elektronischer Musik, Blues, HipHop und vielem mehr haben auf dem unausweichlichen Weg zur Intensivstation ihre Spuren hinterlassen. Aus der Überlagerung dreier unterschiedlicher Hintergründe und Spielhaltungen wird in der Interaktion eine beispiellose Musik, die auf ihrem Höhenflug alle Referenzen abwirft.

Der Multi-Instrumentalist John Schröder bedient das Fender Rhodes und seine Gitarre simultan, und wenn er an das zweite Schlagzeug wechselt, könnte man eigentlich meinen, man hätte sich in der Anzahl der hörbaren Musiker verzählt … ein Trio, das manchmal wie ein Quartett oder sogar Quintett klingt.

  • John Schröder Fender Rhodes & Gitarre & Drums
  • Wolfgang Zwiauer Bass & Elektronik
  • Alfred Vogel Schlagzeug